Grenzenloser Profit : Wirtschaft in der Grauzone

Urry, John, 2015
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Medienart Buch
ISBN 978-3-8031-3655-8
Verfasser Urry, John Wikipedia
Beteiligte Personen Freundl, Hans [Übers.] Wikipedia
Systematik GS.P - Politik und Wirtschaft
Verlag Wagenbach
Ort Berlin
Jahr 2015
Umfang 221 S.
Altersbeschränkung keine
Sprache deutsch
Verfasserangabe John Urry. Hans Freundl
Annotation Ein Container voll giftigen Mülls wird auf einem Schiff mit illegal beschäftigter Besatzung auf staatenlosen Gewässern transportiert, um an unbekanntem Ort entsorgt zu werden. Bevor man das Schiff aufspüren kann, hat es längst die Registrierung gewechselt. Von solchen konkreten, empörenden Beispielen erzählt John Urry in seinem Debattenbuch. Dabei nennt er viele berühmte Firmen wie Goldman Sachs, Walmart, Barclays, den IOC oder BP und schildert deren Konstrukte, um sich steuerlichen oder arbeitsrechtlichen Zugriffen zu entziehen. Ob Energie, Sicherheit oder Tourismus unsere Welt ist bereits gänzlich »offshored«. Dieses kranke System funktioniert im ökonomischen Sinne für die Interessen weniger Einzelner hervorragend, aber für die Gesellschaft ist es ein finanzielles Desaster und ein Rückfall in einen undemokratischen und ausbeuterischen Zustand. Aber John Urry zeigt auch, dass wir nicht machtlos sind. Gesetze können diese unternehmerischen Machenschaften einschränken. Und wir brauchen ein öffentliches Bewusstsein, wie jüngst von Kampagnen der »Süddeutschen Zeitung«, des NDR und WDR initiiert. Denn was scheinbar legal ist, muss längst nicht legitim sein.[...] Grenzenloser Profit ist kein Reportageband. Urry ist nicht zu Fabrikhallen und Mülldeponien gereist. Er war für sein Buch auch nicht auf einer der Offshore-Bohrinseln, auf denen Offshore-Energieunternehmen Öl aus dem Meeresboden pumpen. Urrys Informationen stammen also aus zweiter Hand, die Stärke seines Buches liegt nicht in der Schilderung des kleinen Ausschnitts, sondern in der Analyse des großen Ganzen. Er stellt dar, wie sich Konzerne und ihre Eigentümer, man kann auch sagen das Kapital, darauf besonnen haben, dass sie gegenüber Staaten und Arbeitern einen Startvorteil haben: Sie sind mobil. Sie können ihr Geld über Landesgrenzen hinweg verschieben und die Welt nach den geringsten Löhnen, niedrigsten Steuersätzen und lockersten Umweltauflagen absuchen. "Es ist", so lautet einer von Urrys bilanzierenden Sätzen, "eine allgemeine Offshore-Welt entstanden, die eine Neuordnung der globalen Machtverhältnisse nach sich zieht."Quelle: Wolfgang Uchatius, zeit.de

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