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Vergnüglich-gruselige Spielzeugweltstory über einen aufgeweckten Waisenjungen im Kampf gegen schwarze Magie und nachtaktive Haustiermutationen. (ab 10) (JE) Der zwölfjährige Miesel ist alles andere als ein Glückspilz: Nach dem rätselhaften Ableben seiner Eltern ist der vernachlässigte Waisenknabe ein Gefangener im völlig vergammelten Haus seines unheimlichen Vormunds Basil, der es allein auf Miesels Erbe abgesehen hat. Einziger Lichtblick für Miesel ist Basils faszinierende Modelleisenbahn am Dachboden, doch als Basil sein Mündel eines Tages beim verbotenen Spiel mit dem Traumspielzeug ertappt, enthüllt der mit bösen Zauberkräften ausgestattete Fiesling sein wahres Gesicht. Seine Strafe ist fürchterlich. Basils übler Mundgeruch lässt Miesel zur lebenden Eisenbahndekoration in Miniaturgröße schrumpfen. Entgegen Basils Plan mutiert Miesel in der künstlichen Welt der Modelleisenbahn nicht wie dessen andere Opfer zu einer leblosen Plastikfigur, sondern er vermag sogar die verhexten Personen zu befreien. Auf der verzweifelten Suche nach einem geeigneten Ausweg warten in der Schwärze der Nacht noch ganz andere Gefahren in Gestalt eines fresssüchtigen Flattertiers und einer mordlustigen Riesenschabe auf das skurrile Grüppchen. Wird die Flucht gelingen? Diese mit typisch britischem Humor ausgestattete und zahlreichen Gruselelementen versetzte Fantasystory spielt gekonnt mit altbekannten Motiven und Erzählmustern. Die Rollenverteilung 'armes Waisenkind – aufs Erbe erpichter Bösewicht“ erinnerte mich an Harry Potter oder Lemony Snickett. Beim Kampf zwischen Groß und Klein, Gut und Böse standen vermutlich David und Goliath, Jonathan Swift’s Gulliver in Lilliputh, Jules Vernes Geschöpfe in der 'Reise zum Mittelpunkt der Erde“ sowie alle bewährten Hollywoodmonster von King Kong über Godzilla bis zu Jurassic Park Pate. Das Motiv des Schrumpfens kennt man aus Lewis Carrolls Kinderbuchklassiker ' Alice im Wunderland“. Dieser Wiedererkennungseffekt macht Spaß und schafft eine vertraute Atmosphäre. Das die Augen beinahe verätzende giftgrüne Cover sollte keinesfalls von dessen Lektüre abhalten: Vom ersten Kapitel an begeisterte mich an dieser witzig-wohligschaurigen Geschichte die rasante Handlung, die schrägen Charaktere und natürlich der reizvolle Ort des Geschehens. Britische Unterhaltung at it’s best: Kicheranfälle und zarte Gänsehaut sind garantiert. Ich sage nur noch eins: Bitte lesen!! *bn* Sophie Zehetmayer |